harald priem

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Zum bildnerischen Arbeitsprozess von Harald Priem

 

Die Arbeit von Harald Priem (Jahrgang 1963) läßt sich in drei Teilbereiche gliedern, die sich inhaltlich überlagern und verzahnen: Zeichnung, Malerei und Fotografie. Er beschäftigt sich seit 1989 intensiv mit der Dokumentation von wahrgenommenen Alltagsspuren und tastet mit dem »Kamera-Auge« die Nähe der Zustände des momentan Flüchtigen ab.

 

Das Buchprojekt »Zeitspuren« ist das erste Ergebnis dieser bildnerischen Annäherung von 1994 und findet 1996 seine Fortsetzung in der Ausstellung » >Spurenteppich und >1Objekt« in der Orangerie im Englischen Garten in München.

 

Regelmäßige Studienaufenthalte seit Beginn der 90er Jahre an der Europäischen Kunstakademie Trier intensivieren und differenzieren die bildnerische Ausdrucksfähigkeit sowohl in der Wahrnehmung als auch in der technischen Fertigkeit. Harald Priem dokumentiert die oft unscheinbaren Dinge der Aussenwelt. Durch den Prozess des Zerfalls werden die Dinge ihrer ursprünglichen Funktion, Form und äußeren Ästhetik enthoben. Sie gehören der Gegenwart nicht mehr an, sie werden nicht mehr wahrgenommen, sie haben keinen Nutzen, >obwohl sie im Hier und Jetzt in ihrem morbiden Unnutzen weiter existieren. Dieses Paradoxon interessiert Harald Priem. Dinge, die nicht mehr zusammen gehören, fügt er wieder neu zusammen. Durch das Herauslösen aus dem natürlichen Umfeld findet ein >Unschärfefokus statt, der das Gesehene wesenhaft aufscheinen lässt. Die Reflektion über das, in der Aussenwelt Gesehene, findet über die zeichnerische und malerische Darstellung in anderer Form seinen Weg zurück in die eigene Bildrealität.

>Fotografische Annäherung und inhaltliche Reflektion

 

 

Zeichnung und Malerei

Das künstlerische Schaffen von Harald Priem ist von experimenteller Neugierde geprägt. In Skizzenbüchern erstellt er tagebuchartig detaillierte Studien von Menschen und Dingen in ihrer natürlichen Umgebung und geht der Funktion von mechanischen Geräten, die ihn interessieren, analytisch zeichnend auf den Grund.

 

Davon inspiriert, entwickelt er mit zeichnerischen Mitteln >eine individuelle Formensprache, welche teilweise die Grundlage für seine Malerei bildet.

 

Die freien Arbeiten Harald Priems auf Holz, Papier und Leinwand entwickeln sich intuitiv aus dem malerischen Prozess. Dabei können Elemente aus dem Fundus der Zeichnungen einfließen, wobei die fragmenthafte, freie Darstellung der Form als Farbfläche oder Textur nicht narrativ ist, sondern die Motive ihrer ursprünglichen Herkunft enthebt und in einen neuen Kontext stellt.

 

>Die aktuellen Arbeiten auf Papier entstehen teilweise seriell und werden oft über längere Zeiträume hinweg mit lasierenden und deckenden Farbschichten sowie filigranen Strukturen aus wasserfester Zeichentusche in Trocken- und Naß-in-Naß-Technik belegt. Dabei können die unterschiedlichen Pigmente von Tusche und Aquarell, abhängig von ihrer chemischen Zusammensetzung und der Dauer des Trocknungsverlaufs, mehr oder weniger intensive, chromatografisch anmutende Strukturen ausbilden. Auf diese gezielte Setzung von Flächen- und Liniensystemen reagiert Harald Priem weiter mit malerischen Mitteln und verdichtet seine Kompositionen in der Zeit Schritt für Schritt zu unterschiedlich komplexen, ungegenständlichen Bildwelten.

Zu sehen sind die Arbeiten von Harald Priem im Rahmen der Ausstellung Art Scout One - Zeitgenössische Kunst in Mannheim vom 14.11.-31.12.2009 im Alten Volkbad in der Mannheimer Neckarstadt (Öffnungszeiten Fr und Sa 15.00h - 22 h und So 15.00h - 19h >Übersichtsplan Ausstellungsorte).

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